Lignane

Was sind Lignane?

Lignane sind sekundäre Pflanzenstoffe; also bioaktive Substanzen, die in pflanzlichen Nahrungsmitteln vorkommen, jedoch nicht direkt der Ernährung dienen (wie Eiweiße/Proteine, Kohlehydrate, Fette), sondern  eher eine pharmazeutische Wirkung haben.

Die Lignane unterscheiden sich vom Aufbau von den anderen sekundären Pflanzenstoffen. Sie sind vor allem in den Zellwänden (in der Kornhülle bei Getreide, oder in Baumrinde) zu finden. Sie kommen in sehr vielen Gemüse- und Getreidesorten vor. Der höchste Gehalt findet sich im Leinsamen (in der Hülle des Leinsamens). Sie werden mit der Nahrung aufgenommen und erst im Darm in die für den Menschen verträgliche Lignanform umgewandelt.

In der europäischen Pflanzenheilkunde wie auch in der traditionellen asiatischen Medizin kommen Lignane schon seit mehr als 1000 Jahren zum Einsatz. Besonders in den letzten Jahrzehnt rücken sie auch in der westlichen Schulmedizin immer mehr in den Brennpunkt der Aufmerksamkeit. Die biologischen Eigenschaften von Lignanen sind umfangreich.

Lignane wirken östrogenartig

In erster Linie wirken sie als pflanzliche Hormone mit östrogenartiger Wirkung (Phytoöstrogene). Auf den Östrogenhaushalt haben sie eine ausgleichende Wirkung.
Das ist in  2 Richtungen wirksam:
– Bei Östrogenmangel beheben sie die unangenehmen Mangelsymptome.
– Bei zu viel Östrogen im Körper senken sie den Östrogenspiegel, indem sie die Hormonrezeptoren für Östrogen besetzen.
Darüber hinaus haben Lignane eine stark antioxidative Wirkung. Dies ist insbesondere von großer Bedeutung für die Zellgesundheit und Krebsprävention.

Der gesundheitliche Nutzen von Lignanen zeigt sich laut neuesten medizinischen Forschungen in den folgenden Bereichen:

  • Linderung von Wechseljahrsbeschwerden
  • Knochengesundheit (gegen Osteoporose)
  • Krebsvorbeugung (insbesondere Brustkrebs, Dickdarmkrebs, Prostatakrebs)
  • unterstützend in der Krebsbehandlung (vor allem bei Brustkrebs, Dickdarmkrebs, Prostatakrebs)
  • Prostatagesundheit (bei Männern)
  • Herzgesundheit
  • Haarausfall
  • Akne
  • Gelenkentzündungen, Arthrose, Rheuma in den Wechseljahren

 

Lignane in der Ernährung

Eigentlich hat es die Natur so eingerichtet, dass wir Menschen die meisten der für uns wichtigen Vitalstoffe, Enzyme und Hormone locker mit der täglichen Nahrung aufnehmen könnten. Es wäre ein Leichtes für uns, ausreichend Lignane in der Ernährung aufzunehmen. Ein ausgewogener Ernährungsplan mit naturbelassenen Lebensmitteln aus unbelastetem Anbau würde dazu vollkommen ausreichen. Aber was früher einmal für so viele Regionen selbstverständlich war, gilt heute oftmals eher für die weniger industrialisierten, ärmeren Länder.
In unserer westlichen Kulturhemisphäre nehmen die meisten Menschen heutzutage zu wenig Lignane (und andere Vitalstoffe) auf. Das liegt vor allem daran, dass sehr viele Lebensmittel behandelt und in bereits vorverarbeiteter Form vorliegen, und dass unser Getreide zum größten Teil raffiniert ist; bei der Raffinierung werden die Samenhüllen der Körner mit den so wertvollen Pflanzenenzymen entfernt.

Aber es liegt an uns selbst. Es ist einfach und unkompliziert, Nahrungsmittel mit wertvollen Lignanen in die tägliche Ernährung einzubinden.  Insbesondere Produkte aus Vollwert-Getreide wie Roggenvollkorn oder Roggenkleie, Haferflocken, insbesondere Leinmehl oder geschroteter Leinsamen enthalten gut den täglichen Bedarf an Lignanen.

 

Vorkommen von Lignanen

In Getreide u. Gemüse …
Leinsamen (insbesondere im Leinmehl* / in Leinschrot)
– Roggen, Gerste, Weizen, Hafer
– Vollkornreis
– Brokkoli

in geringeren Mengen …
– in Fenchel u. Karotten
– in Kirschen, Birnen

*höchste Konzentration im Leinmehl

 

Täglich 1 Esslöffel Leinmehl

Wer täglich einen Esslöffel Leinmehl zu sich nimmt, kann nicht nur von der Tagesration an Lignanen profitieren, sondern tut nebenbei auch noch seinem Magen und Darm etwas Gutes.  Denn die gemahlenen Leinsamenhüllen wirken als Ballaststoff, der einerseits eine gesunde Verdauung fördert, andererseits Giftstoffe und Keime aus dem Körper trägt und auch noch vorbeugend vor Dickdarmkrebs wirken soll.