Hormonersatz-Therapie

Hormonersatztherapie, wann ist sie sinnvoll?

Diese Frage sollte immer zunächst mit dem persönlichen Arzt erörtert werden. Er kennt Ihre individuellen Probleme am besten und kann jeweils über die Nebenwirkungen aufklären.

Allerdings sollte man deutlich äußern, was man persönlich bevorzugt, welche Bedenken man hat, welche Vorlieben und auch Werte. (Wenn eine Frau synthetische bzw. unnatürliche Hormone ablehnt, ist natürlich auch die Gefahr noch größer, dass diese nicht gut vertragen werden).

Bei Beschwerden sollte man sich langsam von unten (den sanften Methoden) nach oben arbeiten und nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen. Bei manchen Frauen reichen schon Entspannungsübungen, Yoga oder ein paar Akupunkturbehandlungen, um die Beschwerden zu lindern und den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Aber es gibt auch Fälle, wo der Mangelerscheinungen am sinnvollsten mit Hormonzugaben beseitigt werden. Eine Hormonbehandlung gibt dem Körper das zurück, was ihm im Augenblick fehlt.

In vielen Fällen reichen bei den ersten auffälligen Wechseljahrsbeschwerden die Behandlung mit Phytohormonen, und zwar am besten über die tägliche Ernährung – denn in ihrer natürlichen Zusammensetzung ist die Bioverfügbarkeit am besten gewährleistet; und zudem werden sie auf diese Art am besten vertragen. Oder auch mit natürlichen Kräutern in Teemischungen (gibt es speziell für die Wechseljahre); viele Heilpraktiker und naturheilkundlich orientierte Ärzte bieten auch wirksame Mittel aus der Pflanzentherapie an.

Erst wenn die Pflanzentherapie nicht ausreicht, sollte eine Frau eine Hormontherapie beginnen. Hierbei ist mit dem Arzt zu erörtern, ob eine Behandlung mit Hormoncremes/-lotionen oder mit Hormonpflastern einer oralen Hormonzufuhr vorzuziehen ist oder umgekehrt (oral einzunehmende Mittel belasten die Leber stärker, werden aber von einigen Frauen besser vertragen). Mehr dazu in dem Kapitel Therapien u. Selbsthilfe

Immer gilt:
Vor jeder tiefer eingreifenden Hormonbehandlung ist  ein Hormontest angeraten.