Ratgeber Wechseljahre 130pix

Der kompakte  Ratgeber
“Wechseljahre. Die typischen Symptome und Beschwerden
...  und was man dagegen tun kann”.

Übersichtliche Informationen zu klassischen und alternativen Therapien und Behandlungsmöglichkeiten. Viele praktische Tips zur Selbsthilfe.
Neue Therapieansätze, und was sie wirklich zu bieten haben.
Broschiert, (Softcover 108 Seiten) für 12.99 EUR oder als E-Book (PDF) für 4,99 EUR.     
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Phyto-Östrogene  |  Phyto-Progesterone  |  weitere Phyto-Hormone

 

Phyto Östrogene

Eines scheint sicher belegt. Pflanzliche Östrogene wirken deutlich schwächer als die körpereigenen Östrogene. Aber als Botenstoffe verhalten sie sich sehr ähnlich. Das bedeutet: die Östrogenwirkung wird ausgeführt, aber nicht so stark. Durch dies schwächere Wirkung können die Phyto-Östrogene eine ausbalancierende Wirkung in 2 verschiedene Richtungen haben:

Einerseits können Phytoöstrogene die Rezeptoren besetzen und so die Wirkung des natürlichen, vom Körper produzierte Östrogen abmildern - was oftmals zu Beginn der Wechseljahre angenehm sein kann (nämlich dann, wenn durch den gesunkenen Progesteronspiegel zunächst ein Östrogenüberschuss herrscht). Der Östrogenspiegel wird dadurch eher gesenkt werden.

Bei Östrogenmangel (meist in der etwas späteren Phase der Wechseljahre) gelten die Phytoöstrogene als die sanfte Alternative zu den oftmals mit starken Nebenwirkungen verbundenen körperähnlichen oder synthetisch hergestellten Östrogenen. Es heißt, sie wirken zwar schwächer als natürliches Östrogen (insbesondere als das Östradiol) und als synthetisches Östrogen, und es dauere länger, bis sie ihre Wirkung entfalten. Dafür würden sie nicht so stark in die natürliche Regulation unseres Organismus eingreifen, sondern eher  ausbalancierend auf den Östrogengehalt im Körper wirken. Das bringe den Vorteil , dass sich der  Körper besser auf den neuen Einfluss einstellen könne. Und bei stärkerem Östrogenmangel, wie er meistens in der späteren Phase der Wechseljahre auftritt, wird die Östrogenwirkung verstärkt, denn Östrogen, das im Körper fehlt, kann nicht verdrängt werden.

 

Phytohormon_RotkleeDie Art, wie Phytohormone eingenommen werden können, ist vielfältig; und nicht unbedingt ist der chemisch-pharmazeutisch verarbeiteten Form der Vorzug zu geben: Egal ob als Gel, Creme, in konzentrierter Kapselform, als Tee oder mit der alltäglichen Nahrung, sie sind immer gleich wirksam. Dies ist möglich, weil die Rezeptoren für Östrogen (an denen das Östrogen andockt und aufgenommen wird) über den ganzen Körper verteilt sind. Dadurch kann das Östrogen an verschiedenen Stellen des Körpers aufgenommen werden. Wichtiger ist es, darauf zu achten, dass die Pflanzenstoffe nicht chemisch verunreinigt oder umweltbelastet sind.

 

Jede Frau muss für sich selbst herausfinden, ob für sie die pflanzlichen Östrogene geeignet sind: wie bereits erwähnt, können sie wertvolle Helfer sein bei Östrogenüberschuss (starke Blutungen, Spannen und Schmerzen der Brust, Aufgeschwemmtsein). Das liegt daran, dass die Rezeptoren hier zum Teil durch das ‘schwächere, pflanzliche Östrogen’ bedient werden und die stärkeren körpereigenen Östrogene dann an den Rezeptoren nicht mehr so stark zum Zuge kommen. Hier kann aber auch die (zusätzliche) Zugabe von Phytoprogesteron bzw. natürlichem Progesteron sehr hilfreich sein, da es als Gegenspieler des Östrogens gilt
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Bei starkem Mangel können Phytohormone zudem sehr hilfreich sein, denn wenn kaum körpereigene Östrogene vorhanden sind, werden die Östrogen-Rezeptoren nicht bedient, die gewünschten Körperreaktionen fehlen. Die Zugabe von Phytoöstrogenen würde in diesem Fall die Rezeptoren zwar etwas schwächer, aber dennoch stimulieren und somit die gewünschten Körperreaktionen anregen.

Es gibt Meinungen, dass auch bei lokalem Östrogenmangel pflanzliche Östrogene hilfreich eingesetzt werden können, wenn im Hormonspiegel kein direkter Mangel vorliegt, aber an einer bestimmten Stelle im Körper zu wenig Östrogen vorhanden ist (z.B. bei Scheidentrockenheit). In solchen Fällen wäre es grundverkehrt, synthetisches oder natürliches Östrogen zuzuführen, weil dadurch der ganze Körper ins Ungleichgewicht käme. Das pflanzliche Östrogen reicht gerade bei lokaler Anwendung vollkommen aus.

 

Abgesehen von dieser ausgleichenden Funktion  besitzen Phyto-Östrogene eine anti-oxidative und Zellwucherungen hemmende Wirkung (Zellwucherungen werden z.B. bei Überschuss von natürlichem Östrogen gefördert ==> Brustkrebsrisiko). Insbesondere Leinsamen (das Leinmehl) mit seinem hohen Gehalt an Lignanen, ist dafür bekannt, dass er bei Östrogenüberschuss die starken Östrogene im Körper in schwächere mit krebsvorbeugender Eigenschaft umwandelt und damit das Risiko für Brustkrebs mindert.
Abgesehen vom Leinsamen besitzen  aber auch manche Gemüse (wie  Brokkoli, aus der Familie der Kreuzblütler) einen nicht zu verachtenden Gehalt an Phytoöstrogen. Dies sollte eine starke Motivation für alle Frauen sein, Phytohormone aus pflanzlichen Nahrungsmitteln regelmäßig in den Speiseplan zu integrieren.

 

Die in der Medizin am häufigsten eingesetzten (und erforschten) sind:

Aber darüber hinaus kommen Phyto-Östrogene in über 300 Pflanzen vor (wie Oliven, Brokkoli, Möhren, Weizen,  Sonnenblumensamen), wenn auch teils in nur geringeren Mengen.  Insbesondere Leinsamen und Leinöl gelten als besonders wertvoll, da sie zusätzliche positive bioaktive Wirkungen besitzen (optimieren den Zellstoffwechsel, vorbeugend für Herz-Kreislauferkrankungen. 
Diese phyto-östrogen-haltigen Nahrungsmittel lassen sich ohne besonderen Aufwand  in den täglichen Speiseplan integrieren. Hierbei erweist sich insbesondere deren Kombination als erstaunlich effektiv.

 

Chinesische Angelika / Don Quai (Angelica sinensis)

wird hauptsächlich in der traditionellen chinesischen Medizin erfolgreich eingesetzt. Soll hervorragend bei unregelmäßigen Perioden, bei Ausbleiben der Regel oder auch bei sehr starken Blutungen helfen.

Sie wirkt darüber hinaus schmerzstillend und antibakteriell. Zudem stabilisiert sie die Blutgefäße und entspannt die glatte Muskulatur.

Präparate: in der TCM (traditionellen chinesischen Medizin), Kräuterheilkunde; auch in Kräuterteemischungen für die Wechseljahre.

 

Traubensilberkerze  (Angelica sinensis)

wird hauptsächlich in der traditionellen chinesischen Medizin erfolgreich eingesetzt. Soll hervorragend bei unregelmäßigen Perioden, bei Ausbleiben der Regel oder auch bei sehr starken Blutungen helfen.

Sie wirkt darüber hinaus schmerzstillend und antibakteriell. Zudem stabilisiert sie die Blutgefäße und entspannt die glatte Muskulatur.

Präparate: in der TCM (traditionellen chinesischen Medizin), Kräuterheilkunde; auch in Kräuterteemischungen für die Wechseljahre.