Ratgeber Wechseljahre 130pix

Der kompakte  Ratgeber
“Wechseljahre. Die typischen Symptome und Beschwerden
...  und was man dagegen tun kann”.

Übersichtliche Informationen zu klassischen und alternativen Therapien und Behandlungsmöglichkeiten. Viele praktische Tips zur Selbsthilfe.
Neue Therapieansätze, und was sie wirklich zu bieten haben.
Broschiert, (Softcover 108 Seiten) für 12.99 EUR oder als E-Book (PDF) für 4,99 EUR.             
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Was bedeuten FSH und LH?

FSH (Follikel-stimulierendes-Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon) werden in der Hypophyse, unserem Gefühlszentrum,  produziert.
FSH unterstützt die Reifung der Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken und stimuliert damit den Anstieg an Östrogen (die Eibläschen erzeugen bei ihrer Reifung Östrogen). Wird die Eireifung aus irgend einem Grund unterbunden, was in den Wechseljahren öfters vorkommt, dann fällt auch der Östrogenspiegel ab. Die Hypophyse  schüttet dann vermehrt FSH aus, um die Eibläschen zu stimulieren. Aus diesem Grund wird in den Hormontests neben Östrogen immer auch der FSH-Spiegel gemessen.

LH, das "Luteinisierende Hormon" unterstützt die Eireifung, den Eisprung und die Bildung des Gelbkörpers (der Gelbkörper wird später das Hormon Progesteron produzieren).
Der ‘LH-Gipfel’ führt im normal verlaufenden Zyklus zum Eisprung.

 

Wie kann man feststellen, ob man in den Wechseljahren ist? Und was bringt ein Hormontest?

Wenn es nur darum geht, festzustellen, ob man in den Wechseljahren ist, ist eine Hormonanalyse  nicht unbedingt erforderlich. Das morgendliche Messen der Aufwachtemperatur gibt klare Auskunft, ob ein Eisprung und eine Gelbkörperhormonphase stattfindet und wie diese abläuft.  Gemessen wird mindestens alle 2 Tage und über mehrere Monate hinweg, weil sich in den Wechseljahren "normale" und "gestörte" Zyklen abwechseln.

Wem das zu viel Aufwand ist, der kann einen einfachen Hormontest durchführen, der den FSH-Wert bestimmt (während in den Wechseljahren die Östrogenwerte abnehmen, steigen die Werte für FSH und LH an). Diese Teste sind relative kostengünstig, man kann sie bereits im Internet bestellen und selbst durchführen. Will man sichergehen, sollte man mehr als einen Test durchzuführen (mindestens 2). Denn wenn gerade zu Beginn der Wechseljahre abwechselnd normale und gestörten Zyklen vorliegen, hat man mit nur einem Test eben nur einen Zyklus gemessen (den normalen oder den gestörten), über den anderen weiß man nichts. Man kann einen normalen Zyklus erwischen, obwohl die Frau monatelang gestörte Zyklen hatte oder auch umgekehrt.

Sowohl die Temperaturmeßmethode als auch der einfache Wechseljahre-Hormontest kann jedoch zur Klärung über die Zusammensetzung des Hormonspiegels nur wenig beisteuern. Hier ist eine ausführlichere (und deutlich kostenintensivere) Hormonanalyse vonnöten. Diese sollte zumindest die Hormone FSH (follikelstimulierendes Hormon), LH (luteinisierendes Hormon), E2 (das Östrogen: Östradiol) und PG (Progesteron) bestimmen. Diese Tests werden nur in indizierten Fällen von den Krankenkassen übernommen.

 

Hormonersatztherapie, wann ist sie sinnvoll?

Diese Frage sollte immer zunächst mit dem persönlichen Arzt erörtert werden. Er kennt Ihre individuellen Probleme am besten und kann jeweils über die Nebenwirkungen aufklären.

Allerdings sollte man deutlich äußern, was man persönlich bevorzugt, welche Bedenken man hat, welche Vorlieben und auch Werte. (Wenn eine Frau synthetische bzw. unnatürliche Hormone ablehnt, ist natürlich auch die Gefahr noch größer, dass diese nicht gut vertragen werden).

Bei Beschwerden sollte man sich langsam von unten (den sanften Methoden) nach oben arbeiten und nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen. Bei manchen Frauen reichen schon Entspannungsübungen, Yoga oder ein paar Akupunkturbehandlungen, um die Beschwerden zu lindern und den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Aber es gibt auch Fälle, wo der Mangelerscheinungen am sinnvollsten mit Hormonzugaben beseitigt werden. Eine Hormonbehandlung gibt dem Körper das zurück, was ihm im Augenblick fehlt.

In vielen Fällen reichen bei den ersten auffälligen Wechseljahrsbeschwerden die Behandlung mit Phytohormonen, und zwar am besten über die tägliche Ernährung - denn in ihrer natürlichen Zusammensetzung ist die Bioverfügbarkeit am besten gewährleistet; und zudem werden sie auf diese Art am besten vertragen. Oder auch mit natürlichen Kräutern in Teemischungen (gibt es speziell für die Wechseljahre); viele Heilpraktiker und naturheilkundlich orientierte Ärzte bieten auch wirksame Mittel aus der Pflanzentherapie an.

Erst wenn die Pflanzentherapie nicht ausreicht, sollte eine Frau eine Hormontherapie beginnen. Hierbei ist mit dem Arzt zu erörtern, ob eine Behandlung mit Hormoncremes/-lotionen oder mit Hormonpflastern einer oralen Hormonzufuhr vorzuziehen ist oder umgekehrt (oral einzunehmende Mittel belasten die Leber stärker, werden aber von einigen Frauen besser vertragen). Mehr dazu in dem Kapitel Therapien u. Selbsthilfe

Immer gilt:
Vor jeder tiefer eingreifenden Hormonbehandlung ist  ein Hormontest angeraten.